NABU Rheinland-Pfalz ruft zur Meldung von überfahrenen Erdkröten auf

31. Januar 2012

Die Erdkröte, zum Froschlurch des Jahres 2012 gekürt, zählt zwar zu den häufigsten Amphibienarten in Deutschland. Allerdings wird sie bereits im Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützte Art geführt und die Bestände sind durch verschiedenste Faktoren rückläufig. Größte Gefahr liegt in der Lebensraumzerschneidung durch Straßen, auf denen unzählige Erdkröten jedes Jahr beim Überqueren getötet werden.

Kroete

Der NABU-Bundesfachausschuss und der NABU Rheinland-Pfalz starten einen Aufruf, um die tatsächliche Anzahl der vermutlich tausenden von Straßenopfer zu ermitteln. Hierfür steht auf der Seite unter www.amphibienschutz.de/opfer/strassenopfer.html ein Meldeformular bereit, das auch mit Iphone und weiteren Smartphones aufgerufen und ausgefüllt werden kann. Um ein möglichst genaues bundesweites Ergebnis, und somit auch für ganz Rheinland-Pfalz, zu erhalten, bittet der NABU Rheinland-Pfalz jeden um Mithilfe: Wer überfahrene Erdkröten sieht, möge diese zählen und anschließend melden.

Im Rahmen der Aktion Lurch des Jahres 2012 möchte der NABU-Bundesfachausschuss Feldherpetologie und Ichthyofaunistik (Amphibien, Reptilien und Fische) ermitteln, wie viele Erdkröten in einer Laichperiode auf ihren traditionellen Wanderungen auf den Straßen sterben müssen. Zum Sinn der bundesweiten Aktion teilte Sascha Schleich, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses, mit: Mit einer aussagekräftigen Straßenopferanzahl kann der NABU nicht nur die Behörden zu erhöhten Anstrengungen im Amphibienschutz an Straßen auffordern, sondern auch seine eigenen Aktivitäten lenken!

Kroetenschild

Sascha Schleich erklärte: Jedes Jahr im Frühjahr, wenn die nächtlichen Temperaturen zweistellige Grade erreichen, erwachen die Amphibien aus ihrer Winterruhe und machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Die Erdkröten sind meist in größerer Anzahl zu ihren Geburtsgewässern unterwegs. So kann es vorkommen, dass in einer Nacht mehrere hundert bis tausend Erdkröten Straßen überqueren müssen. Je nach Wetterlage dauert die Amphibienwanderung zwischen wenigen Tagen bis zu vier Wochen.

Der Amphibienexperte weiter: Zum Schutz vor dem Verkehr werden an einigen stark betroffenen Straßenabschnitten Amphibienschutzzäune aufgestellt. Diese bilden eine Barriere, so dass die Amphibien daran gehindert werden, die Straßen zu überqueren. Meist ehrenamtliche Naturschützer des NABU Rheinland-Pfalz, aber auch anderer Umweltverbände, sammeln dann Nacht für Nacht die Tiere an den Zäunen ein, um sie sicher in Eimern auf die andere Straßenseite zu tragen. An stark befahrenen Straßenabschnitten, an denen solche Schutzzäune und ehrenamtliche Hände fehlen, finden die Amphibien in großer Anzahl den Tod. Nicht nur das Überfahren ist tödlich, sondern auch die Druckluft, die bei Geschwindigkeiten von über 30 Stundenkilometer entsteht, kann die Tiere beim Vorbeifahren töten. Seit einigen Jahren betreut der NABU-Bundesfachausschuss bereits unter www.amphibienschutz.de eine Schutzzaundatenbank. In dieser öffentlichen Datenbank wird ein Großteil der Schutzzäune in Deutschland im Rahmen der jährlichen Laichwanderungen gelistet und dargestellt. Zusätzlich lassen sich weitere Zauninformationen sowie die Zahlen der geretteten Amphibienarten eingeben und abrufen.

Weitere Informationen zu der Erdkröte und dieser Aktion finden Sie im Internet unter www.amphibienschutz.de.

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